Bildung in der Kommune gestalten und vernetzen

Art:

Ort:
Schabernack - Zentrum für Praxis und Theorie der Jugendhilfe e.V.
Schabernack 70
18273 Güstrow
Datum:
Montag, 29. Juni 2015 - 11:30 bis 16:30

Der demografische Wandel, die Anbindung des ländlichen Raums und der Fachkräftemangel sind nur einige Themen, mit denen die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern zukünftig noch stärker konfrontiert sein werden. Zumal die Kreisgebietsreform dafür gesorgt hat, dass die Landkreise noch weiträumiger sind. Auch auf den Zugang zu guter Bildung wird dies Auswirkungen haben. Wie ein datengestütztes kommunales  Bildungsmanagement dazu beitragen kann, eine Bildungslandschaft zu gestalten, wurde im ersten Kommunalsalon der Transferagentur Nord-Ost diskutiert.

Katharina Alich, Leiterin des Regionalbüros der Transferagentur Nord-Ost in Schwerin, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt 6 Landkreisen und kreisfreien Städten Mecklenburg-Vorpommerns und stellte die Transferagentur Nord-Ost vor. Alle Angebote finden Sie hier im Überblick.

Bildungsmanagement in der Theorie
Im Anschluss gab Moritz Lorenzen, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Transferagentur Nord-Ost, einen theoretischen Einblick in den „Aufbau eines Bildungsmanagements“. Sein Fazit: Eine gute Bildungsgestaltung funktioniert nur über professionelle Vernetzung, Moderation, Transparenz und Vertrauen. Nur so können Themen definiert, Prozesse optimiert, Leitbilder entwickelt und Partizipation ermöglicht werden.  Wichtig war auch die Einsicht, dass Bildungsmanagement ohne Monitoring  zwar möglich, aber wenig sinnvoll ist. Mit Hilfe von Daten können lokale Entwicklungen sichtbar gemacht werden (z.B. an den Bildungsübergängen),  können Handlungsempfehlungen abgeleitet und kann Bildung mit den Akteuren gemeinsam vor Ort gestaltbar gemacht werden.

Blick in die Praxis – Bildungsmanagement in Vorpommern-Greifswald
Wie gestaltet sich die Umsetzung eines Bildungsmanagements und Bildungsmonitorings in der Realität vor Ort? – unter dieser Fragestellung stellten Frau Karin Peter und Herr Enrico Stahlkopf ihre Erfahrungen aus fünf Jahren Programmlaufzeit in der ehemaligen „Lernen vor Ort“-Kommune Vorpommern-Greifswald vor: Bildungsmanagement und -monitoring  hätten dabei geholfen, die relevanten Akteure miteinander zu vernetzen, Bildungsangebote aufeinander abzustimmen und eine Gesamtstrategie für Bildung zu erarbeiten.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald steht vor ähnlichen Herausforderungen wie die meisten Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern: ländlich geprägt, von zunehmender Abwanderung bedroht. Im Mittelpunkt des Monitorings stand daher der Unterschied zwischen harten und weichen Daten, d.h. Daten der amtlichen Statistik kontra Daten aus der Nutzerperspektive. In der Präsentation  wurde veranschaulicht, wie wichtig es ist, innerhalb des Bildungsmonitorings sozialräumlich zu planen.

Seit 2010 führen verschiedene Gemeinden des Landkreises Vorpommern-Greifswald gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg Zukunftswerkstätten durch. Ziel des so genannten Unidorfs ist es, größere Probleme in der lokalen Bildungslandschaft durch eine verbesserte Zusammenarbeit von Hochschule und Gemeinde zu lösen.
 
Anknüpfend an den Theorie- und Praxisteil entwickelte sich eine offene Diskussion, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kommunalsalons Fragen stellen konnten, die sie vor Ort bewegen. Themen, die die Kommunen mit der Transferagentur Nord-Ost angehen möchten, sind vor allem: das sozialräumliche Arbeiten, die Familienbildung oder die zweisprachige Bildung.
 

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