Netzwerke des Bildungsmanagements und der Bildungskoordination

Handlungsperspektiven und Instrumente

Art:

Ort:
Bürgerhaus Wilhelmsburg
Mengestr. 20
21107 Hamburg
Datum:
Montag, 15. Mai 2017 (ganztägig) bis Dienstag, 16. Mai 2017 (ganztägig)

Bildungskoordinator/-innen, Bildungsmonitorer/-innen und Bildungsmanager-/innen stehen zu Beginn ihrer Tätigkeit vor der Herausforderung, sich mit zahlreichen Personen gleichzeitig zu vernetzen: mit den anderen Fachbereichen der Kommunalverwaltung, aber auch mit den unterschiedlichen externen Trägern der Bildungslandschaft. Auf der Fortbildungsveranstaltung gingen die Teilnehmenden den Fragen nach, wie sich solch ein Netzwerk möglichst effektiv aufbauen lässt, welchen Wert dies für die eigene Arbeit, aber auch für den Adressaten, hat, und wie man diese Kontakte langfristig und nachhaltig nutzen kann. Der Referent Prof. Dr. Herbert Schubert von der TH Köln (Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, IMOS Institut für Management und Organisation in der Sozialen Arbeit, SRM Forschungsschwerpunkt Sozial • Raum • Management) gab Impulse zu Netzwerktheorie und –forschung. In den Arbeitsphasen hatten die Teilnehmer/-innen Gelegenheit, die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf die eigene Arbeitssituation zu beziehen. Zudem hatten alle Beteiligten die Gelegenheit, mit anderen Kommunen Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu profitieren.

Die Begrüßung und das gegenseitige Kennenlernen erfolgten bei dieser Fortbildung anhand einer von den Teilnehmenden mitgebrachten Netzwerkskizze, die den Stand des eigenen Netzwerks in der Kommune visualisierte. Bei den Erläuterungen der Skizzen wurde das Anliegen der Teilnehmer/-innen deutlich, in ihrer Funktion mit möglichst allen relevanten Akteuren der jeweiligen Bildungslandschaft zusammenzuarbeiten. Vielfach sei dabei effizienter, so Prof. Dr. Schubert, bereits bestehende Kontakte zwischen Personen oder Gremien zu nutzen, anstatt selbst mit allen verknüpft zu sein.

In seinem Impulsvortrag ging Prof. Schubert neben definitorischen Grundlagen von Netzwerken auch auf die strategischen Perspektiven der Netzwerkentwicklung ein. Netzwerke sollten einen Mehrwert für die Adressaten zum Ziel haben. Und ein Netzwerk entfaltet vor allem dann positive Wirkungen auf die Zielgruppe, wenn Fachkompetenz und Qualität der Interaktion möglichst hoch und miteinander verschränkt sind. Während es sich bei einigen Netzwerken eher um Zusammenschlüsse aus spezifischen Interessen, Projekten oder Informationen handelt, sollten die Netzwerke des kommunalen Bildungsmanagements den Effekt einer Wertschöpfung für die Bürgerinnen und Bürger haben. Hierbei handelt es sich also um ein Dienstleistungsnetzwerk: Die Ausschöpfungsquote des Netzwerkes erhöht sich, indem die Netzwerkpartner nicht nur einzeln auf die Adressaten einwirken, sondern dabei kooperieren. Die von Prof. Schubert definierten Kernelemente von Netzwerken sollten dabei ständig reflektiert und evaluiert werden, um sich über Ziel, Ausrichtung und Zusammensetzung des Netzwerkes im Klaren zu sein und zu bleiben.

Als wirksame Methoden zur Etablierung des Netzwerkes stellte Prof. Schubert die Stakeholderanalyse und -bewertungsmatrix vor. Während diese sich gut eignen, um besonders relevante Netzwerkpartner zu identifizieren, hilft das Instrument der bimodalen Erhebung eines Akteur-Ereignis-Netzwerkes anhand eines Two-Mode-Netzwerkes dabei, spezifische Gremien auszumachen und zu installieren, die für das Netzwerk von Belang sind.

Diese theoretisch dargestellten Anleitungen wurden wiederholt auf die eigene Arbeitssituation vor Ort bezogen, sei es per Gesprächskarussell oder aber im World Café. Hierdurch konnten die Teilnehmenden auch ihre Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf Methoden erweitern. Während der Arbeitsphasen stand Prof. Dr. Schubert den Teilnehmenden mit Rat und Tat zur Seite und half einerseits bei besonderen Problemstellungen, andererseits beim Erstellen der Arbeitsergebnisse, die im Anschluss im Plenum vorgestellt und diskutiert wurden.

Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden zum Referenten, den vermittelten Inhalten, den angewandten Methoden und zur Organisation der Fortbildung zeigten, dass es eine gelungene Veranstaltung war, von der die Teilnehmer/-innen in starkem Maße profitieren konnten.
 

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